Campingplatz L´Isle-sur-le-Doubs, 03.04.1983, 11:00
Einiges an Wasser ist seither die Doubs hinunter
geflossen.
Am Abend der letzten Zeilen bin ich recht bald in
den Schlafsack gekrochen. Charly ist draußen sitzengeblieben, hat sich anderthalb Liter
Rotwein einverleibt, ununterbrochen fröhliche Selbstgespräche geführt und von Polka und
Sauerkraut gesungen.
Am Karfreitag war der CP dann offen; das Wetter nach wie vor schlecht. P. kam gegen halb
vier, ab vier standen wir am Tresen in einer Pinte und standen dort noch nach Mitternacht,
quasselten ununterbrochen, zollten dem Busen der jungen Ausschenkerin Achtung; ich war
zum Schluss so besoffen, dass ich allein vorzeitig die Fliege machen musste, mich dabei
kolossal in dem kleinen Nest verlief, und beim Übersteigen der CP-Umzäunung dermaßen auf
den Rücken fiel, dass mir erst mal komplett die Luft wegblieb.
Entsprechendes böses Erwachen am nächsten Morgen. Ich verbrachte den ganzen
Nachmittag im Zelt.
Abends gingen wir auf ein paar Flaschen Rotwein aus. Diesmal waren jedoch die Anderen
trunken.
Es regnete ununterbrochen den ganzen Tag.
Die erste Dusche seit fünf Tagen. Allerdings ist jetzt die frische Wäsche endgültig
ausgegangen, weil es keine Möglichkeit zum Trocknen gab; wenn nicht demnächst die Sonne
scheint, wird es unangenehm.
Heute morgen regnet es schon wieder.
Hecke bei Nenon bei Dole, Dienstag, 05.04.1983, 20:00
Inzwischen hat sich einiges ereignet.
Am Ostersonntag war wieder elend schlechtes Wetter; Regen und Kälte. So dass P. und ich
unsere geplante gemeinsame Fahrt zum CP in Besançon absetzen mussten. Wir bestiegen
den Opel von Charly, mit dem P. gekommen war, und fuhren gemütlich nach Ronchamp, um
Le Corbusiers „Notre-Dame du Haute“ in Augenschein zu nehmen.
Ort der Stille; das war es, aber eine kalte katholische Stille.
Da es schon ziemlich spät war, verzichteten wir darauf die „Grand Rue“ im 70 km entfernten
Besançon zu besichtigen und suchten nach einer warmen Mahlzeit. Dies erwies sich als nicht
einfach, erst um halb sieben bekamen wir was Gutes in Baumes-les-Dames. Gegen acht Uhr
fuhren wir zurück nach L´Isle-sur-le-Doubs, um eventuell noch mal aus zu gehen und eine
Runde Yatschi zu spielen. Kurz vor der Einfahrt in den CP (beinahe wären wir mit dem Auto
zur Kneipe) sieht Charly in einer Bar C.
Kurz und gut, außerdem waren noch H.O., R. und E. dabei; ziemliches Glück, das sie uns
überhaupt gefunden haben.
Wir gingen noch in unsere Stammkneipe, dann jedoch ziemlich bald heim, weil alle müde
waren.
Die Nacht war zumindest für zwei Leute recht unbequem: C. und Charly, die
im kurzen Fiat nächtigten. H.O. und L. schliefen im Popel, R., P. und ich im
Zelt. Dieses war wieder mal mit Eis bedeckt. So nahm es kein Wunder, dass
P., Charly., H.O. und ich am Abend nur kurz noch am Ufer der Doubs
verweilten und Rotwein mit einer Temperatur nahe am Gefrierpunkt
verschmähten.
Am nächsten Morgen war es zwar kalt, aber die Sonne guckte heraus.
Deshalb beschlossen P. und ich die verschobene Radfahrt heute
durchzuführen; die anderen sollten mit dem Auto zum nächsten
Übernachtungscampingplatz kommen.
Nach dem Frühstück auf einer Mülltonne starteten wir. Blauer Himmel, die
Sonne schien. Beträchtliche Höhenunterschiede waren am Anfang der Strecke, und die
kurzentschlossene Wahl eines Feldwegs, um eine weite Straßenschleife abzukürzen, war
wieder mal ein Fehlgriff: Der Weg führte über den höchsten Berg der Umgebung und ging
anschließend vom geteerten Zustand in ein Schlammloch über.
Die Etappe war für einen untrainierten wie Peter viel zu schwer und zu lang. Nach der Rast in
Baume-les-Dames, wo wir wegen der fortgeschrittenen Zeit nur noch ein Sandwich bekamen,
verschlechterte sich das Wetter abrupt. Kälte und Dauerregen setzten ein, von der
schönen Strecke der Doubs entlang bekamen wir fast nicht mit.
© strapp 2016
© strapp 2022
Campingplatz L´Isle-sur-le-Doubs,
03.04.1983, 11:00
Einiges an Wasser ist seither die Doubs
hinunter geflossen.
Am Abend der letzten Zeilen bin ich recht
bald in den Schlafsack gekrochen. Charly
ist draußen sitzengeblieben, hat sich
anderthalb Liter Rotwein einverleibt,
ununterbrochen fröhliche
Selbstgespräche geführt und von Polka
und Sauerkraut gesungen.
Am Karfreitag war der CP dann offen; das
Wetter nach wie vor schlecht. P. kam
gegen halb vier, ab vier standen wir am
Tresen in einer Pinte und standen dort
noch nach Mitternacht, quasselten
ununterbrochen, zollten dem Busen der
jungen Ausschenkerin Achtung; ich war
zum Schluss so besoffen, dass ich allein
vorzeitig die Fliege machen musste, mich
dabei kolossal in dem kleinen Nest
verlief, und beim Übersteigen der CP-
Umzäunung dermaßen auf den Rücken
fiel, dass mir erst mal komplett die Luft
wegblieb.
Entsprechendes böses Erwachen am
nächsten Morgen. Ich verbrachte den
ganzen Nachmittag im Zelt.
Abends gingen wir auf ein paar Flaschen
Rotwein aus. Diesmal waren jedoch die
Anderen trunken.
Es regnete ununterbrochen den ganzen
Tag.
Die erste Dusche seit fünf Tagen.
Allerdings ist jetzt die frische Wäsche
endgültig ausgegangen, weil es keine
Möglichkeit zum Trocknen gab; wenn
nicht demnächst die Sonne scheint, wird
es unangenehm.
Heute morgen regnet es schon wieder.
Hecke bei Nenon bei Dole, Dienstag,
05.04.1983, 20:00
Inzwischen hat sich einiges ereignet.
Am Ostersonntag war wieder elend
schlechtes Wetter; Regen und Kälte. So
dass P. und ich unsere geplante
gemeinsame Fahrt zum CP in Besançon
absetzen mussten. Wir bestiegen den
Opel von Charly, mit dem P. gekommen
war, und fuhren gemütlich nach
Ronchamp, um Le Corbusiers „Notre-
Dame du Haute“ in Augenschein zu
nehmen.
Ort der Stille; das war es,
aber eine kalte katholische
Stille.
Da es schon
ziemlich spät war, verzichteten wir darauf
die „Grand Rue“ im 70 km entfernten
Besançon zu besichtigen und suchten
nach einer warmen Mahlzeit. Dies erwies
sich als nicht einfach, erst um halb sieben
bekamen wir was Gutes in Baumes-les-
Dames. Gegen acht Uhr fuhren wir
zurück nach L´Isle-sur-le-Doubs, um
eventuell noch mal aus zu gehen und
eine Runde Yatschi zu spielen. Kurz vor
der Einfahrt in den CP (beinahe wären wir
mit dem Auto zur Kneipe) sieht Charly in
einer Bar C.
Kurz und gut, außerdem waren noch
H.O., R. und E. dabei; ziemliches Glück,
das sie uns überhaupt gefunden haben.
Wir gingen noch in unsere Stammkneipe,
dann jedoch ziemlich bald heim, weil alle
müde waren.
Die Nacht war
zumindest für zwei
Leute recht unbequem:
C. und Charly, die im
kurzen Fiat nächtigten.
H.O. und L. schliefen im
Popel, R., P. und ich im
Zelt. Dieses war wieder mal mit Eis
bedeckt. So nahm es kein Wunder, dass
P., Charly., H.O. und ich am Abend nur
kurz noch am Ufer der Doubs verweilten
und Rotwein mit einer Temperatur nahe
am Gefrierpunkt verschmähten.
Am nächsten Morgen war es zwar kalt,
aber die Sonne guckte
heraus. Deshalb
beschlossen P. und ich die
verschobene Radfahrt
heute durchzuführen; die
anderen sollten mit dem
Auto zum nächsten
Übernachtungscampingplatz kommen.
Nach dem Frühstück auf einer Mülltonne
starteten wir. Blauer Himmel, die Sonne
schien. Beträchtliche Höhenunterschiede
waren am Anfang der Strecke, und die
kurzentschlossene Wahl eines Feldwegs,
um eine weite Straßenschleife
abzukürzen, war wieder mal ein Fehlgriff:
Der Weg führte über den höchsten Berg
der Umgebung und ging anschließend
vom geteerten Zustand in ein
Schlammloch über.
Die Etappe war für einen untrainierten
wie Peter viel zu schwer und zu lang.
Nach der Rast in Baume-les-Dames, wo
wir wegen der fortgeschrittenen Zeit nur
noch ein Sandwich bekamen,
verschlechterte sich das Wetter abrupt.
Kälte und Dauerregen setzten ein, von
der schönen Strecke der Doubs entlang
bekamen wir fast nicht mit.
© strapp 2016