Diario de un motociclista/8   La Higuera, 23. Mai 2006, km 2394, Tag 25    Der Bericht brach ab in Vallegrande.  Des Vormittags Besuch des historischen Waschhauses im Krankenhaus von Vallegrande. Hier wurde der Leichnam Che Guevaras am 8.10.1967 aufgebahrt und verschwand anschließend bis 1997. Dann zu den wieder gefundenen Gräbern der Gruppe von Ernesto Guevara, an der Flugpiste von Vallegrande. Waschhaus und (Ex-) Gräber von Guevara und den weiteren Guerilleros seiner Gruppe versucht man gerade zu kleinen Gedenkstätten zu machen, aber noch ist alles in Anfängen und recht einfach. Die Gräber der zweiten Gruppe, unter ihnen Tamara Bunke („Tanja“), ein paar Hundert Meter von der ersten entfernt, sind auf einem Grasflecken und nur mit fast unleserlichen kleinen Steinplatten markiert. Morgens konnte die bleiche Sonne den kalten Nebel von Vallegrande kaum durchdringen; um die Mittagszeit verließ ich dann bei Sonnenschein und kaltem Wind Vallegrande Richtung Sucre. Ein einsamer, einspuriger, holperiger und nur bei Trockenheit befahrbarer Weg führt, über Berge und Täler, über Pucará nach Villa Serrano. Nach etwa 60 km, das entspricht gut zwei Stunden Fahrzeit, geht es links ab zum Dorf La Higuera. Dort wurde Che Guevara in der nahen Schlucht Yuro nach einem Gefecht mit dem Militär gefangen genommen und dann im Dorf kurzerhand erschossen. Im 15-Häuser-Ort La Higuera wurde ein kleines Guevara-Museum eingerichtet, ein Führer des Ortes macht gerne auf und bietet auch an, zu Fuß oder mit dem Pferd zur Gefechtsschlucht zu führen. Im ehemaligen Telegraphenhaus, wo die Guerilleros damals erfuhren, dass ihre Anwesenheit vom bolivianischen Militär entdeckt war, hat ein französisches Aussteigerpärchen eine einfache, aber liebevoll gemachte Herberge eingerichtet. Elektrizität existiert nicht in La Higuera. In dieser „Posada del Telegrafista“ übernachte ich heute.
Die Motor- radreise 2006 Ich bin der einzige Gast © strapp 2010
Diario de un motociclista/8   La Higuera, 23. Mai 2006, km 2394, Tag 25    Der Bericht brach ab in Vallegrande.  Des Vormittags Besuch des historischen Waschhauses im Krankenhaus von Vallegrande. Hier wurde der Leichnam Che Guevaras am 8.10.1967 aufgebahrt und verschwand anschließend bis 1997. Dann zu den wieder gefundenen Gräbern der Gruppe von Ernesto Guevara, an der Flugpiste von Vallegrande. Waschhaus und (Ex-) Gräber von Guevara und den weiteren Guerilleros seiner Gruppe versucht man gerade zu kleinen Gedenkstätten zu machen, aber noch ist alles in Anfängen und recht einfach. Die Gräber der zweiten Gruppe, unter ihnen Tamara Bunke („Tanja“), ein paar Hundert Meter von der ersten entfernt, sind auf einem Grasflecken und nur mit fast unleserlichen kleinen Steinplatten markiert. Morgens konnte die bleiche Sonne den kalten Nebel von Vallegrande kaum durchdringen; um die Mittagszeit verließ ich dann bei Sonnenschein und kaltem Wind Vallegrande Richtung Sucre. Ein einsamer, einspuriger, holperiger und nur bei Trockenheit befahrbarer Weg führt, über Berge und Täler, über Pucará nach Villa Serrano. Nach etwa 60 km, das entspricht gut zwei Stunden Fahrzeit, geht es links ab zum Dorf La Higuera. Dort wurde Che Guevara in der nahen Schlucht Yuro nach einem Gefecht mit dem Militär gefangen genommen und dann im Dorf kurzerhand erschossen. Im 15-Häuser- Ort La Higuera wurde ein kleines Guevara-Museum eingerichtet, ein Führer des Ortes macht gerne auf und bietet auch an, zu Fuß oder mit dem Pferd zur Gefechtsschlucht zu führen. Im ehemaligen Telegraphenhaus, wo die Guerilleros damals erfuhren, dass ihre Anwesenheit vom bolivianischen Militär entdeckt war, hat ein französisches Aussteigerpärchen eine einfache, aber liebevoll gemachte Herberge eingerichtet. Elektrizität existiert nicht in La Higuera. In dieser „Posada del Telegrafista übernachte ich heute.
Die Motor- radreise 2006 Ich bin der einzige Gast © strapp 2010