Bigotterie (franz. bigoterie) oder Scheinheiligkeit ist die Bezeichnung für ein
unreflektiertes, übertrieben frömmelndes, dabei anderen Auffassungen
gegenüber intolerantes und scheinbar ganz der Religion oder einer
religiösen Autorität (Person oder Instanz) gewidmetes Wesen oder
Verhalten. Der Duden bezeichnet Bigotterie als „kleinliche, engherzige
Frömmigkeit und übertriebene[n] Glaubenseifer“.
Bei der Bigotterie geht es weniger um die Religiosität als solche, sondern
vielmehr um die ängstliche und übertriebene Gewissenhaftigkeit in ihrer
Ausübung.
Bigott wurde im 18. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden französischem
bigot entlehnt, dessen Herkunft jedoch umstritten ist. Eine Vermutung ist,
dass es vom altenglischen bi god („bei Gott“), einer alten englischen
Schwurformel abgeleitet wurde. Ebenso ist eine Entlehnung aus dem span.
(hombre de) bigote, übersetzt „(Mann mit) Schnurrbart“, möglich. Die
moderne Bedeutung wäre dann von einem ernsten und finsteren
Gesichtsausdruck übertragen, den ein Schnurrbart bewirke. Bigotterie, im
17. Jahrhundert abgeleitet vom französischen bigoterie, steht für abgöttische
Frömmigkeit und Scheinheiligkeit.
Meyers Großes Konversations-Lexikon definierte 1905 bigott als:
„andächtelnd, frömmelnd, eifrig in der peinlich genauen Ausübung religiöser
Gebräuche, aber ohne ernsteres religiöses Leben und streng sittliche
Haltung.“
Als Scheinheiligkeit wird auch Heuchelei (auch „Pharisäertum“) oder
Doppelmoral bezeichnet, wenn Menschen zum Beispiel vordergründig eine
hohe Moral vorgeben, tatsächlich aber im Widerspruch dazu niedrige
moralische Standards praktizieren, oder wenn sie Lippenbekenntnisse
ablegen, tatsächlich aber anderer Meinung sind. Der Duden bezeichnet
scheinheilig als „Aufrichtigkeit, Nichtwissen od. Freundlichkeit vortäuschend;
heuchlerisch“.
Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
bezeichnet scheinheilig 1798 als: „den äußern Schein der Heiligkeit, d.i. der
Gottesfurcht, annehmend und habend, ohne er wirklich zu seyn. Ein
Scheinheiliger, ein Heuchler, den man im gemeinen Leben auch einen
Kopfhänger, in Niedersachsen einen Bibelträger, Kirchenklepper,
Heiligenfresser, Heiligenbeißer u.s.f. nennet. Ein scheinheiliges Betragen.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bigotterie (leicht verändert)
SZ, September 2012
Bigotterie (franz. bigoterie) oder
Scheinheiligkeit ist die Bezeichnung für
ein unreflektiertes, übertrieben
frömmelndes, dabei anderen
Auffassungen gegenüber intolerantes
und scheinbar ganz der Religion oder
einer religiösen Autorität (Person oder
Instanz) gewidmetes Wesen oder
Verhalten. Der Duden bezeichnet
Bigotterie als „kleinliche, engherzige
Frömmigkeit und übertriebene[n]
Glaubenseifer“.
Bei der Bigotterie geht es weniger um
die Religiosität als solche, sondern
vielmehr um die ängstliche und
übertriebene Gewissenhaftigkeit in ihrer
Ausübung.
Bigott wurde im 18. Jahrhundert aus
dem gleichbedeutenden französischem
bigot entlehnt, dessen Herkunft jedoch
umstritten ist. Eine Vermutung ist, dass
es vom altenglischen bi god („bei
Gott“), einer alten englischen
Schwurformel abgeleitet wurde. Ebenso
ist eine Entlehnung aus dem span.
(hombre de) bigote, übersetzt „(Mann
mit) Schnurrbart“, möglich. Die
moderne Bedeutung wäre dann von
einem ernsten und finsteren
Gesichtsausdruck übertragen, den ein
Schnurrbart bewirke. Bigotterie, im 17.
Jahrhundert abgeleitet vom
französischen bigoterie, steht für
abgöttische Frömmigkeit und
Scheinheiligkeit.
Meyers Großes Konversations-Lexikon
definierte 1905 bigott als:
„andächtelnd, frömmelnd, eifrig in der
peinlich genauen Ausübung religiöser
Gebräuche, aber ohne ernsteres
religiöses Leben und streng sittliche
Haltung.“
Als Scheinheiligkeit wird auch
Heuchelei (auch „Pharisäertum“) oder
Doppelmoral bezeichnet, wenn
Menschen zum Beispiel vordergründig
eine hohe Moral vorgeben, tatsächlich
aber im Widerspruch dazu niedrige
moralische Standards praktizieren, oder
wenn sie Lippenbekenntnisse ablegen,
tatsächlich aber anderer Meinung sind.
Der Duden bezeichnet scheinheilig als
„Aufrichtigkeit, Nichtwissen od.
Freundlichkeit vortäuschend;
heuchlerisch“.
Adelungs Grammatisch-kritisches
Wörterbuch der Hochdeutschen
Mundart bezeichnet scheinheilig 1798
als: „den äußern Schein der Heiligkeit,
d.i. der Gottesfurcht, annehmend und
habend, ohne er wirklich zu seyn. Ein
Scheinheiliger, ein Heuchler, den man
im gemeinen Leben auch einen
Kopfhänger, in Niedersachsen einen
Bibelträger, Kirchenklepper,
Heiligenfresser, Heiligenbeißer u.s.f.
nennet. Ein scheinheiliges Betragen.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bigotterie
(leicht verändert)
SZ, September 2012