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Siegfried Trapp
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Der Nebel dämpft das Morgenlicht, und alles Wesen flüsternd spricht, das Land verhangen grau, im Felde singt die Regenfrau. Der Weg ist lang, der Weg ist weit, wir wandern tief am Grund der Zeit. Der Sommer ist verbrannt, ein fahler Rauch weht durch das Land. Das Jahr geht aus, der Regen fällt, ein andrer Herr regiert die Welt. Der Wind ist nass und schwer, das Land ertrinkt im Regenmeer. Nicht für´n Heller oder Batzen mag Feinsliebchen barfuß gehen Ein Narr, wer jetzt noch schlafen mag, wenn wir ins Frührot ziehn Man sollte den langen Marsch durch die Institutionen nicht auf allen Vieren antreten 1921. In Rilke gären die Duineser Elegien, Hermann Hesse arbeitet an dem Riesenwerk des „Siddhartha“, die erste dampfgetriebene Uhr legt die Stunde in der bis dahin für undenkbar gehaltenen Zeit von 27 Minuten zurück. Das Mägdlein weint' und heulte sehr, so wie man heute weint nicht mehr. Doch drunten an dem Ritterschloss, da floss vorbei ein tiefer Floss. In den Floss, in den Floss sich das arme Mägdlein schmoss. Immer ging es vorwärts, nie gab es ein Zögern, kein Sichverlieren, kein Pausieren, um sich zurückzufinden; aus dem festgefügten, leicht akzentuierten melancholischen Jazztakt ging es plötzlich über in den scharfen, wild explodierenden Zigeunerrhythmus, der, während er über das Leben lachte, Tränen vergoss, zu schnell für das Ohr, um ihm zu folgen, zu originell für den Verstand, um ihn zu verstehen, zu kompliziert für das Gedächtnis, um ihn genau zu bewahren.“ Andy verstand nichts von Jazz, aber dafür umso mehr von Gitarren. Der Amerikaner Eddie Lang war gut, aber der Franzose Django war unerreichbar, ein Gott. Wer nur den lieben, langen Tag Ohne Plag', ohne Arbeit Vertändelt, wer das mag, Der gehört nicht zu uns. Wir steh'n des Morgens zeitig auf, Hurtig, mit der Sonne Lauf, Sind wir, wenn der Abend naht, Nach getaner Tat, Eine muntere, fürwahr, Eine fröhliche Schar. Eine Tages schwimmt die Wahrheit doch nach oben. Als Wasserleiche. Vor die hamse scho wieder Angscht. Nicht der der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten Jahre zählt, sondern derjenige, welcher sein Leben am meisten empfunden hat. Zu den weniger sympathischen Eigenschaften des Menschen gehört die Manie, alles auf dieser Erde vernichten zu müssen, dass nicht aufrecht geht und eine Aktentasche trägt. Graue Gänse schnattern laut Stroh lockt in den Ställen Bringt mir Wein und gelbes Brot Hafer für die Pferde Draußen senkt sich Abendrot Auf die weite Erde OBWOHL SOWAS Weder ästhetisch noch erotisch Als Wunschsituation Geeignet ist Endlos dehnt sich Wein und Mais links und rechts vom Pfade Es war einmal ein reicher Kaufmann in Bagdad. Zu diesem kam eines Mittags erregt sein  Diener und sprach: "Herr, ich war auf dem Markt, wie Ihr es mir befahlt; doch plötzlich sah ich in der Menge den Tod.  Er stieß mich an, und ich erschrak heftig und eilte nach Hause.  Gebt mir ein Pferd,  so dass ich nach Samarra reite;  dort wird mich der Tod nicht finden.“ Der reiche Kaufmann tat so und begab sich  darauf auf den Markt, und wirklich sah er dort den Tod in der Menge  stehen. Er trat zu ihm hin und sprach: „Weshalb stießet Ihr meinen Diener an und erschrecktet ihn?“ Der Tod aber antwortete: „Nicht meine Absicht war es ihn zu erschrecken, ich war nur sehr erstaunt, ihn hier in Bagdad zu sehen, obwohl ich heute Abend mit ihm eine Verabredung in Samarra habe.“ Con los pobres de la tierra Quiero yo mi suerte echar It´s only 65. Mir verdreht´s die Kart. Vom Barette schwankt die Feder, wiegt und biegt im Winde sich. Unser Wams von Büffelleder ist zerfetzt von Hieb und Stich. Stich und Hieb und ein Lieb muß ein, ja muß ein Landsknecht haben. Unsre Linke auf dem Schwerte, in der Rechten einen Spieß; kämpfen wir bis an das Ende, mal für das und mal für dies. Dies und das, Suff und Fraß muß ein, ja muß ein Landsknecht haben. DIE MUSIK KROCH AN UNS VORBEI Ich möchte Die Direktion Darauf aufmerksam machen Dass die Drinks wässrig sind Dass das Garderobenmädchen Syphillis hat Und die Band aus ehemaligen SS-Monstern besteht Da jedoch Sylvesterabend ist Und ich Lippenkrebs habe Werde ich meinen Papierhut Auf meine Gehirnerschütterung stülpen und tanzen. Die Lappen hoch Wir wollen seilen hoch in die Schoot, sind viele tausend Meilen zu segeln über See. Und werden wir dann alt, wo wenden wir uns hin? Die Gesundheit ist verloren, die Kräfte sind dahin. Und endlich wird es heißen: "Ein Vogel und kein Nest! Geh Alter, nimm den Bettelsack, bist auch Soldat gewest!" Wo König Ortler seine Stirn Hoch in die Lüfte reckt Bis zu des Haunolds Alpenreich, Das tausend Blumen deckt. The cloak and dagger dangles Madams light the candles In ceremonies of the horsemen Even the pawn must hold a grudge Statues made of matchsticks Crumble into one another My love winks she does not bother She knows too much to argue or to judge Ich weiß ein Blümlein rosenrot besetzt mit grünen Blättchen, ich roll´ es gern in eitel Samt und rauch´s als Zigarettchen. Das gibt mir derartig den Rest, dass es sich nicht beschreiben lässt. Der König Karl saß einst zu Tisch Zu Aachen mit den Fürsten; Man stellte Wildbret auf und Fisch Und ließ auch keinen dürsten.Viel Goldgeschirr von klarem Schein, Manch roten, grünen Edelstein Sah man im Saale leuchten. Da sprach Herr Karl, der starke Held:»Was soll der eitle Schimmer? Das beste Kleinod dieser Welt, Das fehlet uns noch immer; Dies Kleinod, hell wie Sonnenschein, Ein Riese trägt's im Schilde sein Tief im Ardennerwalde.« Graf Richard, Erzbischof Turpin,Herr Haimon, Naims von Bayern, Milon von Anglant, Graf Garin, Die wollten da nicht feiern; Sie haben Stahlgewand begehrt Und hießen satteln ihre Pferd', Zu reiten nach dem Riesen. Jung Roland, Sohn des Milon, sprach:»Lieb Vater, hört! ich bitte: Vermeint Ihr mich zu jung und schwach, Daß ich mit Riesen stritte, Doch bin ich nicht zu winzig mehr, Euch nachzutragen Euern Speer Samt Eurem guten Schilde.« Die sechs Genossen ritten bald Vereint nach den Ardennen; Doch als sie kamen in den Wald, Da thäten sie sich trennen. Roland ritt hinterm Vater her; Wie wohl ihm war, des Helden Speer, Des Helden Schild zu tragen! Bei Sonnenschein und Mondenlicht Streiften die kühnen Degen, Doch fanden sie den Riesen nicht In Felsen noch Gehegen. Zur Mittagsstund' am vierten Tag Der Herzog Milon schlafen lag In einer Eiche Schatten. Roland sah in der Ferne bald Ein Blitzen und ein Leuchten, Davon die Strahlen in dem Wald Die Hirsch' und Reh' aufscheuchten; Er sah, es kam von einem Schild, Den trug ein Riese groß und wild, Vom Berge niedersteigend. Roland gedacht' im Herzen sein:»Was ist das für ein Schrecken! Soll ich den lieben Vater mein Im besten Schlaf erwecken? Es wachet ja sein gutes Pferd, Es wacht sein Speer, sein Schild und Schwert, Es wacht Roland, der junge.« Roland das Schwert zur Seite band, Herrn Milons starkes Waffen; Die Lanze nahm er in die Hand Und thät den Schild aufraffen; Herrn Milons Roß bestieg er dann Und ritt erst sachte durch den Tann, Den Vater nicht zu wecken. Und als er kam zur Felsenwand, Da sprach der Ries' mit Lachen:»Was will doch dieser kleine Fant Auf solchem Rosse machen? Sein Schwert ist zwier so lang als er, Vom Rosse zieht ihn schier der Speer, Der Schild will ihn erdrücken.« Jung Roland rief: »Wohlauf zum Streit! Dich reuet noch dein Necken. Hab' ich die Tartsche lang und breit, Kann sie mich besser decken. Ein kleiner Mann, ein großes Pferd, Ein kurzer Arm, ein langes Schwert Muß eins dem andern helfen.« Der Riese mit der Stange schlug,Auslangend in die Weite; Jung Roland schwenkte schnell genug Sein Roß noch auf die Seite. Die Lanz' er auf den Riesen schwang Doch von dem Wunderschilde sprang Auf Roland sie zurücke. Jung Roland nahm in großer Hast Das Schwert in beide Hände, Der Riese nach dem seinen faßt', Er war zu unbehende; Mit flinkem Hiebe schlug Roland Ihm unterm Schild die linke Hand, Daß Hand und Schild entrollten. Dem Riesen schwand der Mut dahin, Wie ihm der Schild entrissen; Das Kleinod, das ihm Kraft verliehn, Mußt' er mit Schmerzen missen. Zwar lief er gleich dem Schilde nach, Doch Roland in das Knie ihn stach, Daß er zu Boden stürzte. Roland ihn bei den Haaren griff, Hieb ihm das Haupt herunter, Ein großer Strom von Blute liefI ns tiefe Thal hinunter; Und aus des Toten Schild hernach Roland das lichte Kleinod brach Und freute sich am Glanze. Dann barg er's unterm Kleide gut Und ging zu einem Quelle; Da wusch er sich von Staub und Blut Gewand und Waffen helle. Zurücke ritt der jung Roland Dahin, wo er den Vater fand Noch schlafend bei der Eiche. Er legt' sich an des Vaters Seit', Vom Schlafe selbst bezwungen, Bis in der kühlen Abendzeit Herr Milon aufgesprungen: »Wach auf, wach auf, mein Sohn Roland! Nimm Schild und Lanze schnell zur Hand, Daß wir den Riesen suchen!« Sie stiegen auf und eilten sehr, Zu schweifen in der Wilde; Roland ritt hinterm Vater her Mit dessen Speer und Schilde. Sie kamen bald zu jener Stätt', Wo Roland jüngst gestritten hätt'; Der Riese lag im Blute. Roland kaum seinen Augen glaubt', Als nicht mehr war zu schauen Die linke Hand, dazu das Haupt, So er ihm abgehauen,N icht mehr des Riesen Schwert und Speer, Auch nicht sein Schild und Harnisch mehr, Nur Rumpf und blut'ge Glieder. Milon besah den großen Rumpf: »Was ist das für 'ne Leiche? Man sieht noch am zerhau'nen Stumpf, Wie mächtig war die Eiche; Das ist der Riese. Frag' ich mehr? Verschlafen hab' ich Sieg und Ehr', Drum muß ich ewig trauern.« – Zu Aachen vor dem Schlosse stund Der König Karl gar bange: »Sind meine Helden wohl gesund? Sie weilen allzulange. Doch, seh' ich recht, auf Königswort, So reitet Herzog Haimon dort, Des Riesen Haupt am Speere.« Herr Haimon ritt in trübem Mut, Und mit gesenktem Spieße Legt' er das Haupt, besprengt mit Blut, Dem König vor die Füße: »Ich fand den Kopf im wilden Hag, Und fünfzig Schritte weiter lag Des Riesen Rumpf am Boden.« Bald auch der Erzbischof Turpin Den Riesenhandschuh brachte, Die ungefüge Hand noch drin; Er zog sie aus und lachte: »Das ist ein schön Reliquienstück; Ich bring' es aus dem Wald zurück, Fand es schon zugehauen.« Der Herzog Naims von Bayerland Kam mit des Riesen Stange: »Schaut an, was ich im Walde fand! Ein Waffen stark und lange. Wohl schwitz' ich von dem schweren Druck; Hei, bayrisch Bier, ein guter Schluck, Sollt' mir gar köstlich munden.« Graf Richard kam zu Fuß daher, Ging neben seinem Pferde; Das trug des Riesen schwere Wehr, Den Harnisch samt dem Schwerte; »Wer suchen will im wilden Tann, Manch Waffenstück noch finden kann; Ist mir zu viel gewesen.« Der Graf Garin thät ferne schon Den Schild des Riesen schwingen. »Der hat den Schild, des ist die Kron', Der wird das Kleinod bringen!« »Den Schild hab' ich, ihr lieben Herrn! Das Kleinod hätt' ich gar zu gern, Doch das ist ausgebrochen.« Zuletzt thät man Herrn Milon sehn, Der nach dem Schlosse lenkte; Er ließ das Rößlein langsam gehn, Das Haupt er traurig senkte, Roland ritt hinterm Vater her Und trug ihm seinen starken Speer Zusamt dem festen Schilde. Doch wie sie kamen vor das Schloß Und zu den Herrn geritten, Macht' er von Vaters Schilde los Die Zierat in der Mitten; Das Riesenkleinod setzt' er ein, Das gab so wunderklaren Schein Als wie die liebe Sonne. Und als nun diese helle GlutI m Schilde Milons brannte, Da rief der König frohgemut: »Heil Milon von Anglante!Der hat den Riesen übermannt, Ihm abgeschlagen Haupt und Hand, Das Kleinod ihm entrissen.« Herr Milon hatte sich gewandt, Sah staunend all die Helle: »Roland, sag' an, du junger Fant! Wer gab dir das, Geselle?« »Um Gott, Herr Vater, zürnt mir nicht, Daß ich erschlug den groben Wicht, Derweil Ihr eben schliefet.« Zuverlässigkeit Ist was schönes