(20) Zwanzigster Tag

Bericht über Tag 20, Montag, 05.09.2011
Spitalstraße, Aalen, 07.09.2011, 10:00

Enddaten:
Grenzlänge ca. 1380 km
Zurückgelegte Radkilometer bis Dreiländereck: ca. 1740
Radtage: 18,5
Tagesschnitt: ca. 94 km

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Ein Regentag.

„Little Berlin“ Mödlareuth ist sehr sehenswert.

Mödlareuth ist übrigens immer noch geteilt: Die eine Ortshälfte gehört jetzt zu Thüringen, die andere zu Bayern, mit zwei Bürgermeistern, mit zwei Kfz-Kennzeichen, mit zwei unterschiedlichen Ferienzeiten für die Kinder. Die Rezeptionsdamen des Museums, das auf beiden Seiten der früheren innerdeutschen Grenze liegt und separate Teile hat, befragt danach, ob es nicht nach der Grenzöffnung besser gewesen wäre, mittels einer Volksabstimmung sich für eines der beiden Bundesländer zu entscheiden, lehnten dies mit ganz ähnlichen Argumenten ab: das wäre überhaupt nicht zur Disposition gestanden, die „Thüringer seien solz darauf, Thüringer zu sein“ , und die „Franken seien stolz, Franken zu sein“. Nun denn.

Dann schlage ich die Seite 259 des Radtourenbuchs „Europa-Radweg Eiserner Vorhang Teil 2“ auf: Die letzte Teilkarte! Und dann: Endstation im Dreiländereck, und noch einige Schritte auf tschechischem Hoheitsgebiet. Dann ab nach Hof; die GPS-Wegaufzeichnung wollte ich eigentlich im Dreiländereck enden lassen, aber ich habe das Versäumnis erst einige Kilometer später bemerkt.


Nachtrag: Im Reisezentrum der DB AG in Hof wird die Zeit knapp, die letzte Möglichkeit, an diesem Tag nach Hause zu kommen fährt in 10 Minuten. Bahnhofstress mit Aufzügen zum Gleiswechsel, Aufzüge, in die nur das Rad oder der Anhänger reinpassen, viermal Aufzug, und dabei jeweils die Hälfte des Gepäcks oben oder unten unbeaufsichtigt stehen lassen (also ich plädiere klar für einen Kopfbahnhof in Stuttgart). Der Zug hält nur zwei Minuten, also Anhänger zur nächsten Tür rein, Rad in den Radwagen, und schon naht der Ärger in Form eines wenig kundenorientierten Zugschaffners, der vielleicht noch als Grenzer im Zug gearbeitet hatte und dem dementsprechende Verhaltensmuster nicht fremd waren, der gleich noch zwei Sicherungssheriffs alarmiert hatte, bevor ich vom Rad im Radwagen zurück zum Anhänger eilen konnte: Der Fluchtweg sei durch meinen Radanhänger blockiert, und es hätte somit höchste Gefahr bestanden. Es macht keine Freude, mit dem Rad per Bahn unterwegs zu sein. Die umweltfreundliche Kombination Rad-Bahn scheitert an dem Wesen und der Politik der Deutschen Bahn AG.

Ende

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