(11) Elfter Tag

Samstag, 27.08.2011, 20:30.
Café & Bar No.44, Schöningen

Tageskilometer: Tacho 88, GPS 91 (Gesamtkilometer: 963)

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Der Pensionswirt in Brome erzählte noch eine hübsche Anekdote aus den Wirren der Wendezeit:

Im „Drüben-Nachbarort“ Steimke hatten sie mit, ich glaube er sagte 17er Schlüsseln, den Grenzzaun auf- und nach Brome rübergemacht, um bei einem Grenzöffnungsfest an westliches Freibier zu kommen. Die Wendischbromer, die etwas langsamer waren, wollten ebenfalls ans Freibier ran, schraubten auch den Zaun auf, konnten dann aber nicht mehr zu Fuß zurück, weil inzwischen die Vopos den Zaun wieder zugeschraubt hatten. Sie mussten deshalb von den Wessis aus Brome mit dem Auto über Steimke heimgefahren werden.

Der Vormittag: regnerisch, ich kam den ganzen Tag nicht aus der Regenjacke raus und musste auch zweimal zusätzlich zum Regenponcho greifen, und auch die Gamaschen waren wertvoll.

Zunächst der Grenzlehrpfad Jahrstedt, dann auf pfützenübersäten Feldwegen (ich hatte den ausgewiesenen Radweg verfehlt und schlug mich mit dem Navi durch) durch das schöne Niedermoor-Naturschutzgebiet Drömling.

Außer einem Eichelhäher zeigte sich im Nieselregen allerdings kein Wildgetier.

Beeindruckend dann: Der original erhaltene Grenzübergang Helmstedt – Marienborn. Bei zwei Übergängen der deutsch-deutschen Grenze kann ich mich noch gut an das herrschende beklemmende Gefühl erinnern: 1973 auf der Abifahrt nach Berlin, und 1975 oder 1976 bei der Fahrt mit der Fußballmannschaft nach Prag. Es war ein großartiges Gefühl der Freiheit, jetzt mit dem Rad auch durch die Autodurchfahrtsperren zu fahren und sich in dem ganzen Komplex frei zu bewegen, ohne Furcht, sich erniedrigende Probleme einzuhandeln.

Am Nachmittag noch ein paarmal radnerviges Kopfsteinpflaster in Sachsen-Anhalt, ein letzter Löcherplattenhosenträgerweg zum Grenzdenkmal Hotensleben.

Eine Gewitterfront dräute, schnell noch den Braunkohletagebau Schöningen begutachten, dann in ein Hotel in diesem Ort, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.


Inzwischen muss ich meine Aussage von früher revidieren, es gibt doch eine ganze Reihe Grenzdenkmäler.

Tag 12

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