Südwesteuropa mit dem Roller

Boxster S                                           Kymco Like

Was bewegt Menschen, die sonst vielleicht ein Cabrio fahren oder vielleicht auch mit einem umweltfreundlichen Hybridauto unterwegs sind, eine Reise mit einem Roller zu machen?

Eine Reise mit einem Auto ist was anderes. Es ist bequemer, vor allem aber sicherer: Vor Kälte, vor Hitze, vor Regen, vor Seitenwind. Und sicherer natürlich als Verkehrsteilnehmer: Was mit dem Auto vielleicht nur mit einer Beule in der Karosserie endet, bedeutet mit dem Zweirad Sturz und Verletzungen. Das Gefühl der Unsicherheit ist ungleich größer, z.B. wenn man sich auf einer Vorfahrtstraße befindet und von der Nebenstraße ein Auto auf einen zurollt und erst im letzten Moment abbremst.

Spurrillen im Straßenbelag, Schienenstränge, Rollsplitt, Nässe: Für den Roller ein ungleich größeres Problem.

In unserer sicherheitswütigen Gesellschaft habe ich dieses Risiko auch bewusst gewählt. Bekanntlich ist das Leben gefährlich und endet immer tödlich.

Andere Vorteile liegen beim Zweirad klar auf der Hand: Ich kann relativ unproblematisch einspurige Nebenwege benutzen, ich bin näher an der Natur: Wind, Sonne, Regen, ich kann den Wald riechen, zum Schauen und Fotografieren fast überall anhalten, den Stau überholen, und finde auch einen Abstellplatz in Innenstädten.

1983 war ich mit dem Rad von der Ostalb nach Sevilla gefahren, in einer Zeit nach Studium und Berufsausbildung und einer sich daran anschließenden Arbeitslosigkeit, und einer ungewissen Zukunft.

In einer gewissen Weise wiederholt sich dieser Zustand 33 Jahre spater, nach dem möglichen Ende der Berufstätigkeit oder zumindest einer vollen Berufstätigkeit. Die Strecke der Radreise allerdings sollte nicht einfach noch einmal wiederholt werden, sondern nur Teile davon rekapituliert, und es sollte auch was neues dazu kommen. So entstand die Idee, 8000 km mit einem einfachen 125 ccm-Roller zu fahren.

Die knapp sechswöchige Reise sei hier mit Ausschnitten des Reisetagebuchs dokumentiert. Wer darin ein bißchen lesen mochte, ist herzlich eingeladen. Wer sich für einen Teil der Strecke (oder natürlich die ganze Strecke) interessiert, mag die ein odere andere Information finden.

Die Fahrt ging in Anlehnung an die 83er-Radfahrt von der Ostalb nach Westen, um etwa auf der Höhe von Karlsruhe nach Frankreich hinüber zu queren, dann die Flusstäler von Doubs, Saône und Rhône hinab bis ans Mittelmeer, und dann weiter nach Westen: Carcasonne, Narbonne, Bilbao, Santander, Gijon bis zur nordwestlichsten Spitze der iberischen Halbinsel, nach Süden durch Portugal bis zur südwestlichsten Spitze, über Sevilla nach Tarifa, und dann zum Teil die Mittelmeerküste, zum Teil das Landesinnere Spaniens hinauf wieder nach Frankreich und zurück zur Ostalb.

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Zum ersten Teil: Aalen bis Lyon