Südwesteuropa mit dem Roller: Etappe 1

Aalen bis Lyon

Die flexiblen Packsäcke auf dem Soziussitz bewähren sich sehr, bilden eine sehr bequeme Rückenlehne. Müsst euch das wie auf einer Harley Davidson vorstellen:

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Harley Davidson Softail Fat Boy

Die Fahrt durch das Elsass ist durchwachsen: Die ernsten Beziehungsprobleme mit meinem Navi beginnen, sie sollten erst in den letzten beiden Wochen der Reise mit einem beidseitigem Entgegenkommen beigelegt werden können. Ich will über einsame Landstraßen fahren (das käme auch der Route der Radreise von 1983 sehr nahe), mein Navi will aber partout immer auf die Bundesstraße oder Autobahn. Verbietet man ihm die Autobahn (die Bundesstraßen kann man ihm leider nicht verbieten), so rächt es sich damit, den Roller über Kieswege durch Maisfelder zu leiten. Autobahn wie auch Kiesweg mag der Roller aber gar nicht.

Nichtsdestotrotz passierte ich einige Ortschaften der damaligen Radreise. Ob sich nun in 33 Jahren so viel verändert hat, oder ob die Erinnerung verblasst ist: Der Wiedererkennungswert ging gegen Null. Die Fachwerkhäuser und die hohen Toreinfahrten im Elsass waren das einzige, woran ich mich erinnern konnte.

Da Regen gemeldet war, blieb ich für einen Tag in Belfort, um mir noch einmal den Löwen von Bartholdi anzuschauen, die Kathedrale St. Christophe zu besichtigen, und auch noch einmal einen Abstecher nach Ronchamp zu machen.

Zusatzinfos zu den Bildern:

Adrien Sculpteur

Maginot-Linie

Löwe von Belfort, Frédéric Auguste Bartholdi

Kapelle Notre-Dame-du-Haut von Ronchamp

In meinem Reisetagebuch schrieb ich vor 33 Jahren, dass die Verkehrsdichte in Frankreich gegenüber Deutschland schlagartig abgenommen hätte. Inzwischen ist sie genauso hoch.

Nur beim Tabakkonsum liegen die Franzosen noch klar vorn.

Bei schönem Wetter war Le Corbusiers Notre-Dame-du-Haut schöner als vor 33 Jahren, aber mir dennoch zu: kahl.

Bis Vienne sind inzwischen 1050 km zurückgelegt. Die Gurkerei durch kleinste Ortschaften kostet Zeit. Mit dem Roller bin ich etwa dreimal so schnell wie mit dem Rad und zweimal so langsam wie mit dem Auto. Ich schätze vor allem kleinste Nebenwege, die asphaltiert sind, aber keine Begrenzungspfosten und Mittelstreifen aufweisen. Bei den täglich zweimal auftretenden „Route barré“ wegen Straßenbaumaßnahmen schickt mein mir nicht geneigtes Navi mich dann allerdings regelmäßig auf die „Route Nacional“ oder einen Autobahnabschnitt.

Die Straßen in den Flußtälern der Doubs, Saône und später Rhône sind einfach stark befahren, und man muss schon erheblich zur Seite queren, um dem auszuweichen.

Kleiner Ausschnitt der gefahrenen Route:

 

Zum zweiten Teil: Lyon bis Montpellier